13.09.2011

Windows 7 auf eine Solid State Disk (SSD) umziehen

Da Solid State Disks so langsam in Mode kommen habe ich mir jetzt auch mal eine zugelegt. Jetzt ist es natürlich mein Ziel die bestehende Windows 7 Installation auf die neue SSD umziehen, ohne alles neu installieren zu müssen. Dass dies ohne großen Aufwand und ohne großes Risiko möglich ist, werde ich in dieser Anleitung aufzeigen. Am Ende gibt es auch noch ein paar Tipps für alle SSD Besitzer wie man sein Windows nach dem Umzug optimieren sollte, und was man auf keinen Fall tun sollte.

Vor dem Einbau der SSD war mein System wie folgt konfiguriert:

  • Festplatte (SATA Port 1)
    • C: Systempartition 150 GB (C:)
    • D: Datenpartition 1350 GB (D:)
  • E: DVD-ROM (SATA Port 4)
  • F: Virtuelles Laufwerk

Nach dem der Umzug abgeschlossen ist sieht es dann so aus:

  • SSD (SATA Port 1)
    • C: Systempartition 160 GB
  • Festplatte (SATA Port 2)
    • D: Datenpartition 1500 GB
  • E: DVD-ROM (SATA Port 4)
  • F: Virtuelles ROM Laufwerk

SSD Einbauen und Windows von der alten Festplatte starten

Als erstes muss natürlich das neue Laufwerk in den PC eingebaut werden. Details zum Einbau werde ich mir sparen. Nur eines ist wichtig: Als Erstes muss man die alte Festplatte vom ersten an den zweiten SATA Port umstöpseln und die neue Solid State Disk an den ersten, jetzt frei gewordenen Port, anschließen.

Anschließend kann man den Computer wieder einschaltet, muss aber dann gleich das BIOS-Bootmenü aufrufen (meist über die F8 Taste), und dort die alte Festplatte auswählen. Im Zweifelsfall gibt das Mainboard Handbuch Auskunft, wie man ans Bootmenü kommt. Nach der Auswahl wird Windows ganz normal Booten, und man kann ganz normal Arbeiten.

Windows auf die SSD umziehen

Mein Mittel der Wahl für den Umzug war die 30 Tage Testversion „Acronis True Image Home 2012“. Das gibt es nach Angabe der E-Mail-Adresse gratis direkt hier bei Acronis.
ACHTUNG: Der Download funktioniert momentan nicht mit Firefox. Am besten mit Internet Explorer downloaden.

Die Vorgehensweise nach der Installation ist denkbar einfach: Ein Klick auf „Backup und Recovery“ dann auf „Laufwerk- und Volumebackup“ bringt einen zur Laufwerksauswahl. Hier wählt man als Quelle Windows (C:) und als Ziel das Datenlaufwerk (D:) aus. Mit einem abschließenden Klick auf den „Backup jetzt“ Button wird das Backup gestartet und Windows in eine Image-Datei gesichert.

Nach dem Erstellen der Sicherung stellen wir das soeben gesicherte Window auf dem neuen SSD-Laufwerk wieder her. Auch hier ist die Vorgehensweise denkbar einfach: Nach einem Klick auf „Backup und Recovery“ klickt man bei dem soeben erstellten Backup-Image „Windows_(C)“ auf „Recovery“ und im nächsten Fenster auf „MBR-Anzeigen“. Anschließend klickt man die MBR-Checkbox und die „Windows (C:)“ Checkbox an und wählt bei beiden die SSD aus. Nach einem Behertzeten Klick auf „Recovery jetzt“ wird das Windows-Backup auf die neue SSD aufgespielt.

Wenn der Recovery Prozess abgeschlossen ist, kann man Windows ganz normal neu starten. Nach dem reboot wird direkt die Windowsinstallation auf der SSD gebootet.

In der Datenträgerverwalteung kann man jetzt nachprüfen, ob alles funktioniert hat: Wenn die Partition auf der SSD jetzt ein „C:“ als Laufwerksbuchstaben hat, war alles erfolgreich. Man kann, wenn man sich nicht sicher ist, auch einfach die alte Festplatte abstöpseln. Wenn Windows dann ganz normal bootet, ist war die Operation erfolgreich.

Alte Windowspartition löschen und Datenpartition vergrößern

Wenn man sich jetzt vergewissert hat, dass Windows auch wirklich von der SSD läuft, kann man in der Datenträgerverwaltung die alte Windowspartition löschen, und den dann frei gewordenen Platz der Datenpartition hinzufügen. Hierzu klickt man in der Datenträgerverwaltung als Erstes rechts auf die alte Windowspartition und wählt in dem Menü „Volume löschen“. Nach dem man das Löschen der Partition bestätigt hat, klickt man rechts auf „Datenträger 1“ und wählt dort „In Dynamischen Datenträger konvertieren“. Die Konvertierung ist fast sofort abgeschlossen. Als letzten Schritt klickt man jetzt rechts auf der Datenpartition (D:) und wählt dort „Volume erweitern“. Im folgenden Dialog sollte in der „Ausgewählt“ Liste nur „Datenträger 1“ stehen. Wenn dies der Fall ist, kann man einfach auf „Weiter“ und anschließend auf „Fertig stellen“ klicken, und schon wurde der freie Speicherplatz der Datenparitition hinzugefügt. Damit sollte dann alles so aussehen, und wir sind fertig:

Optimieren des umgezogenen Windows

Installiert man Windows 7 direkt auf einer SSD werden automatisch noch einige Einstellungen vorgenommen,
die nach dem Umziehen manuell vorgenommen werden müssen. Hier für kann auch die Intel SSD Toolbox Software benutzt werden, ich weis aber nicht ob die bei SSDs die nicht von Intel sind funktioniert. Deshalb hier noch mal die wichtigsten Punkte:

Superfetch Dienst deaktiveren

Der Prefetch Dienst sorgt dafür, dass häufig benutzte Anwendungen schon mal in den Arbeitsspeicher geladen werden, bevor sie überhaupt gebraucht werden. Ein zweites Feature dieses Dienstes ist es, dass er häufig benutzte Programme so auf der Festplatte anordnet, dass sie schneller geladen werden können. Da das Starten von Anwendungen auf einer SSD massiv schneller geht als auf einer klassischen Festplatte, sollte man diesen Dienst deaktivieren und hat so weniger Festplattenaktivität (was für die Lebensdauer der SSD gut ist), und als kleinen Bonus sogar noch etwas mehr RAM frei.

Um den Dienst zu deaktivieren, navigiert man über das Startmenü in die Systemsteuerung, und gibt oben in das Suchfeld „dienste“ ein. In der Ergebnisliste steht dann der Eintrag „Lokale Dienste anzeigen“. Nach dem Klick darauf erscheint dann eine Liste von allen verfügbaren Diensten. Hier sucht man sich jetzt den Dienst „Superfetch“, klickt darauf rechts und wählt den Eintrag „Eigenschaften“. Danach geht ein Dialogfenster auf, in dem man bei der „Starttyp“ Dropdownbox den Eintrag „Deaktiviert“ auswählt. Mit einem abschließenden Klick auf „Übernehmen“ wird der Dienst dann dauerhaft deaktiviert.

Prefetch und Superfetch deaktivieren (Memory Manager)

Eigentlich müsste das oben genante Deaktivieren des Superfetch Dienstes ausreichen, aber die Intel SSD Toolbox passt zu diesem Thema noch zusätzlich zwei Einträge in der Registry an. Dies sollte man auch tun. Hierzu gibt man im Startmenü in der Eingabebox „regedit“ ein und drückt Enter. Nach der Bestätigung der UAC nachfrage navigiert in der Registry an folgende Stelle:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management\PrefetchParameters

Hier setzt man dann den Wert der beiden Einträge „EnablePrefetcher“ und „EnableSuperfetch“ auf „0“.

Defragmentierung für die SSD ausplanen

Da bei SSDs keine Defragmentierung nötig ist, und dies auch für die Lebensdauer der SSD nachteilig ist, sollte man die regelmäßige Defragmentierung für die SSD ausplanen. Dazu klickt man im Startmenü auf Computer und klickt dann rechts auf dem C: Laufwerk, und wählt dort „Eigenschaften“ aus. Dort klickt man auf das Tab „Tools“ und dann auf den Button „Jetzt defragmentieren“. In dem folgenden Dialogfenster klickt man auf Zeitplan konfigurieren und entfernt das Häkchen vor dem C: Laufwerk. Nach einem Klick auf „OK“ ist auch das erledigt.

Dinge die man NICHT tuen solltet:

Systemwiederherstellung deaktivieren

Die Systemwiederherstellung leistet sehr gute Dienste wenn mal eine Treiber oder Softwareinstallation schief geht. Sie braucht zwar zusätzlichen Festplattenplatz auf der SSD kann aber ein absoluter Retter in der Not sein.

Auslagerungsdatei deaktivieren

Deaktiviert man die Auslagerungsdatei, werden Programme die viel Speicher brauchen sofort beendet, sobald das RAM voll ist. Ist sie hingegen aktiviert, wird ein Teil des Arbeitsspeichers in die Auslagerungsdatei verschoben, um Arbeitsspeicher freizubekommen. Diese Funktion kann wertvolle Arbeit retten, wenn mal wieder irgendein Programm durchdreht und zum Speicherfresser wird.

Indexdienst deaktivieren

Der Indizierungsdienst wird von Windows benutzt um, Daten schneller durchsuchen zu können. Dies geschieht, indem er die Daten auf der Festplatte in Ruhezeiten durchsucht und für eine Suche wichtige Informationen in einer Datenbank speichert. Weil SSDs wesentlich schneller sind als Festplatten, ist dieses Feature eigentlich nicht mehr nötig, ABER da sich Programme (z.B. Outlook) in diesen Dienst einklinken können, um es ihm zu ermöglichen fremde Dateitypen (z.B. Outlook .pst Mailbox Dateien) durchsuchbar zu machen, sollte man ihn aktiviert lassen.